Deutsche Einheit im Rudersport
Moritz Breite und Alexander Weiß, Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums Bad Iburg, haben am Jugendwettbewerb „Umbruchszeiten. Deutschland im Wandel seit der Einheit“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur teilgenommen. Der Film mit dem Titel „Vom geteilten Deutschland ins gemeinsame Boot – eine Ost-West-Begegnung im Rudersport“ gewann den dritten Preis unter 307 Beiträgen.
Die Schüler untersuchten die Sportsysteme der BRD sowie der DDR und analysierten die Annäherung nach der Wiedervereinigung. Der Film skizziert die Lebenswege von zwei Ruderinnen, die ihre sportlichen Karrieren vor 1990 begannen und danach in einem Team ruderten.
Dr. Stefani Werremeier wurde 1968 geboren und besuchte in Osnabrück die Gesamtschule Schinkel. Im Nachmittagsangebot probierte sie die Sportart Rudern aus. Sie wurde vom Verein entdeckt und gefördert. 1990 gewann sie in Tasmanien mit Ingeborg Schwerzmann (geb. Althoff) den Weltmeistertitel im Zweier-ohne.
Micaela Grapentin (geb. Schmidt) wurde 1970 in Chemnitz (früher: Karl-Marx-Stadt) geboren. In der Schule ist sie einem Sichtungstrainer aufgefallen, kam mit 14 Jahren in ein Sportinternat und erlernte das Rudern. Bei den Weltmeisterschaften 1990 erreichte sie mit dem DDR-Achter den dritten Platz.
Ursache der unterschiedlichen Werdegänge waren die gegensätzlichen Sportsysteme. In der DDR gab es kein bürgerliches Vereinswesen. Es drehte sich alles um die olympischen Sportarten, die leistungssportzentriert ausgeübt wurden. Die DDR-Sportlerinnen durften keine Kontakte zu West-Athleten aufnehmen.
Durch den Fall der Mauer am 9.11.1989 änderte sich die Situation. Die DDR und die BRD wurden fusioniert. Micaela Schmidt und Dr. Stefani Werremeier trainierten in Saarbrücken und errangen mehrere Meistertitel. Höhepunkt war der Weltmeistertitel mit dem Frauenachter 1994 in Indianapolis.
Zusammenfassend bemerken Moritz Breite und Alexander Weiß: „Tatsächlich hat es uns sehr überrascht, dass sich zumindest in diesem Fall, die wohl härtesten Konkurrenten jemals, Ost gegen West, Kommunismus gegen Kapitalismus, nach der Wiedervereinigung so gut verstanden haben, trotz der beiden Systeme, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.
Wir beide lernen aus der Geschichte, dass, egal wie sehr man jemanden auf sportlicher Ebene nicht leiden kann, egal wie hart der Konkurrent ist oder egal wie unterschiedlich die Systeme auch sein mögen: man darf nie das Menschliche vergessen, denn hinter jedem Sportler steckt auch ein Mensch, was wir besonders heutzutage auch sehen, wo Basketballer, Rennfahrer und Fußballer nur aufgrund ihres öffentlichen Auftretens bewertet werden, aber nie danach, wie sie zwischenmenschlich sind.“
Der Link zum Film: https://youtu.be/GOMqevpkxG0?si=YpwZp3T FgHj8Tsu



